Praxismanagement
Wer eine Arztpraxis hat, beschäftigt im Regelfall auch Mitarbeiter. Doch nicht jeder gute Arzt ist automatisch auch eine geborene Führungskraft. Sich ein paar Dinge bewusst…
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Mundgeruch gehört zu den sensibelsten Themen im Praxisalltag und stellt viele Ärztinnen und Ärzte vor kommunikative Herausforderungen. Dabei kann ein offenes, wertschätzendes Gespräch nicht nur für den Patienten hilfreich sein, sondern auch wichtige Hinweise auf zugrunde liegende Erkrankungen liefern. Entscheidend ist, das Thema professionell und empathisch anzusprechen. Im Interview erfahren Sie, wie das gelingt und welche diagnostischen Schritte anschließend sinnvoll sind.
Frau Dr. Schmidt, wie würden Sie empfehlen, ein Gespräch über auffälligen Mundgeruch einzuleiten?
PD Dr. Jana Schmidt: Fällt bei der körperlichen Untersuchung oder im Anamnesegespräch ein unangenehmer Geruch beim Ausatmen auf, meine ich, sollte man das als Ärztin/Arzt in professioneller Art und Weise ansprechen können. Schließlich handelt es sich um eine objektive Beobachtung wie bei anderen klinischen Befunden auch. Wichtig ist natürlich, dass das vom Gegenüber nicht als „Angriff“ wahrgenommen wird.
Während der körperlichen Untersuchung kann man einfach sagen: „Darf ich Ihnen mal in den Mund schauen?“ Mein Tipp: Achten Sie besonders auf die Zunge. Wenn Sie bei ausgeprägter Halitosis einen starken Zungenbelag sehen, haben Sie die Ursache wahrscheinlich schon identifiziert.
Und wie geht es dann weiter?
Schmidt: Dann lässt es sich ja über den Zusammenhang von Zungenbelag und Halitosis reden und die Bedeutung einer guten Mundhygiene ansprechen. Womöglich ist ja auch für Nichtzahnärzte auf den ersten Blick der Zahnstatus auffällig.
Ist der Patientin oder dem Patienten bekannt, dass ab und zu Mundgeruch auftritt, würde ich fragen, wie lange das bereits der Fall ist und wie oft das auftritt. Erfahrungsgemäß kommen die Patienten dann oft schon ins Reden: „Ja, da hat mich mein Partner auch schon drauf angesprochen…“ Daran lässt sich dann anknüpfen.
Wer ist zuständig für die Diagnostik?
Schmidt: Zunächst würde ich darüber aufklären, dass Halitosis ein Hinweis auf ein krankhaftes Geschehen sein kann und mitunter Therapiebedarf besteht. Eine nicht behandelte Entzündung, zum Beispiel des Zahnhalteapparats, kann sich auch negativ auf den Allgemeinzustand auswirken.
Stellen Sie sich vor, zu Ihnen in die Praxis kommt jemand mit einer offen entzündeten Handfläche. Ungefähr so groß ist die Oberfläche des Zahnfleisches – nur dass man diese Fläche, wenn sie entzündet ist, nicht sehen kann. Das sind Entzündungen, die teils jahrelang unentdeckt bestehen, wenn sie nicht diagnostiziert werden.
Zunächst ist es also wichtig, dass von Halitosis Betroffene ihren Hauszahnarzt aufsuchen. Sollte dieser keine Ursache finden können, wäre als nächstes ein HNO-Arzt gefragt. Dass sich bislang unentdeckte internistische Ursachen der Halitosis wie Diabetes, Leberzirrhose oder ein gastroösophagealer Reflux primär und allein über Mundgeruch äußern, dürfte eher die Ausnahme sein.
Frau Dr. Schmidt, vielen Dank für das Gespräch!
Außer der gründlichen Mundhygiene einschließlich Pflege der Zahnzwischenräume und einmal täglicher Zungenreinigung, gibt es einige symptomatisch wirkende Hausmittel:
Ältere Menschen trinken und essen nicht ausreichend – auch regelmäßige Mahlzeiten helfen gegen Mundgeruch.
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