SEO für die Praxiswebsite – brauche ich das?

Haben Sie sich auch schon gefragt, ob Sie dieses SEO, von dem alle Welt redet, für Ihr Praxismarketing brauchen? Eines steht fest: Wenn Sie über die digitalen Kanäle gefunden werden wollen, dann kommen Sie um die Suchmaschinenoptimierung nicht herum. Warum das so ist und was bei SEO für Ihre Praxiswebsite wichtig ist, erfahren Sie hier.

Was ist SEO eigentlich?
Die Abkürzung bezieht sich auf den englischsprachigen Begriff „Search Engine Optimization“, zu Deutsch „Suchmaschinenoptimierung“, und beschreibt eine Reihe von Maßnahmen, die man anwenden kann, um Websites in den Ergebnissen der Suchmaschinen weiter oben zu listen. Warum ist das so wichtig? Einer aktuellen Auswertung zufolge verteilt sich die Klickwahrscheinlichkeit durchschnittlich prozentual wie folgt auf die ersten zehn Suchergebnisse:

  • Platz 1: 28,50%
  • Platz 2: 15,70%
  • Platz 3: 11,00%
  • Platz 4: 8,00%
  • Platz 5: 7,20%
  • Platz 6: 5,10%
  • Platz 7: 4,00%
  • Platz 8: 3,20%
  • Platz 9: 2,80%
  • Platz 10: 2,50%

Quelle: Sistrix-Studie 2020

Vor einigen Jahren war der Unterschied zwischen Platz 1 und Platz 2 zwar noch deutlich größer, dennoch zeigt sich, dass es auch heute noch von Bedeutung ist, an welcher Stelle Ihre Praxiswebsite steht. Denn hier buhlen Sie direkt mit anderen Praxen um Patienten. Und je weiter oben Sie in den Suchergebnissen erscheinen, desto mehr Patienten finden den Weg auf Ihre Praxiswebsite.

Wie geht SEO?
Grundsätzlich unterteilt sich die Suchmaschinenoptimierung in zwei Bereiche: Das sogenannte Onpage-SEO bezieht sich auf alle Maßnahmen, mit denen sich die Website selbst optimieren lässt (Inhalte, Struktur, Design, technische Basis). Das Offpage-SEO hingegen dreht sich darum, Rückmeldungen und Hinweise von außen auf die Seite zu verbessern (Links). Während in den Anfängen des SEO die Methodik für Onpage lediglich daraus bestand, die wichtigsten Suchbegriffe (Keywords) ohne Rücksicht auf die Lesbarkeit möglichst oft in einem Text unterzubringen, ist das Verfahren heutzutage sehr viel komplexer. Denn Google wie auch andere Suchmaschinen (Bing, Baidu, Yahoo etc.) entwickeln ihren Suchalgorithmus ständig weiter. Heute spielen neben der Lesbarkeit der Texte, eine gute Benutzerführung und eine technisch barrierefreie Website eine sehr große Rolle.

Praxiswebsite-Texte optimieren
Eine der wichtigsten Stellschrauben für die Suchmaschinenoptimierung sind nach wie vor die Texte Ihrer Praxiswebsite. Sie werden von Google und Co. ausgelesen und bewertet. Wenn Sie nur sehr wenig Text auf Ihrer Website einbinden, kann die Suchmaschine Ihre Website inhaltlich nicht einordnen und wird sie deshalb nur bei wenigen Suchanfragen der User anzeigen. Ihre Website-Texte sollten deshalb in erster Linie Relevanz haben und zudem gut lesbar sind. Relevanz erzeugen Sie, in dem Sie die Texte auf die Kernthemen Ihrer Praxis ausrichten. Überlegen Sie, für welche Suchanfragen Sie gefunden werden wollen. Häufig ist es ein lokaler Bezug wie die Kombination aus dem Begriff „Zahnarzt“ plus Stadt oder Stadtteil oder aber Ihr Leistungsschwerpunkt „Implantate Köln“ oder „MKG-Chirurgie Hamburg“. Es empfiehlt sich, vor der Anpassung oder Erstellung von Texten eine Keyword-Recherche durchzuführen, um zu erfahren, wonach User in Zusammenhang mit Ihren Themen tatsächlich suchen.

Meta-Tags liefern Informationen
Genauso wichtig, wie die Optimierung der eigentlichen Texte, ist die Anpassung der sogenannten Meta-Tags. Hierbei handelt es sich um HTML-Elemente der Website, die der Suchmaschine ganz konkrete Informationen übermitteln. Die wichtigsten sind der SEO-Title und die Meta-Description. Beide werden auch in den Suchergebnissen angezeigt und sollten deshalb so formuliert werden, dass der User einen Anreiz hat, darauf zu klicken.

SEO

Heute bieten Ihnen die meisten Websitebaukasten- und Content-Management-Systeme vorgefertigte Felder für die Meta-Tag-Angaben. Sie müssen diese also nur noch befüllen. Bei selbst programmierten Websites werden die Meta-Tags direkt in das Website-Dokument einfügt.

Praxiswebsite technisch optimieren
Auch die technische Basis Ihrer Praxiswebsite muss stimmen. Zunächst einmal sollte die Website unbedingt responsiv, das heißt, auch über mobile Endgeräte wie Smartphone oder Tablet gut bedienbar sein. Darüber hinaus sind Faktoren wie die Ladezeit und ein intuitiver Aufbau wichtig. Alle diese Punkte steigern die Userfreundlichkeit Ihrer Praxiswebsite und wirken sich positiv auf das Ranking in den Suchmaschinenergebnissen aus.

Verlinkungen schaffen Relevanz
Beim sogenannten Offpage-SEO dreht sich vieles um den Aufbau von Links zur eigenen Website. Denn je mehr andere (seriöse) Seiten zur eigenen Seite verlinken, desto mehr Relevanz wird den Suchmaschinen suggeriert. Deshalb ist es sinnvoll, wo immer möglich, Verlinkungen von anderen Seiten zu erfragen. Das könnte zum Beispiel im Rahmen von Veröffentlichungen in Fachmagazinen geschehen, durch Kooperationen etwa mit einem Dentallabor oder eine Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Instituten. Vermeiden sollten Sie allerdings Links aus reinen Link-Verzeichnissen sowie von Seiten mit niedriger inhaltlicher Relevanz. Indirekt zählen zu den Verweisen übrigens auch die sogenannten Social Signals. Signale, die von Usern über die sozialen Netzwerke zum Beispiel über Shares und Likes als Reaktion auf den Inhalt Ihrer Website ausgesendet werden. Diese können auch dazu beitragen, die Sichtbarkeit Ihrer Praxiswebsite in den Suchmaschinen zu stärken. Es ist also im Zuge der Optimierung immer auch ratsam, über Social-Media-Auftritte nachzudenken.

Analyse-Werkzeuge
Analyse-Tools sind unabdingbar, wenn man die SEO-Performance der eigenen Seite detailliert überwachen und steuern möchte. Mit ihrer Hilfe lassen sich zahlreiche Daten der Website und der Nutzerverhalten gezielt auswerten. Auf dieser Grundlage lässt sich einschätzen, an welchen Rädchen noch gedreht werden muss. Während die Integration von Google Analytics bzw. Google Search Console eine Mindestvoraussetzung darstellt, sind spezielle – zumeist kostenpflichtige – SEO-Programme wie zum Beispiel SISTRIX, XOVI oder Ryte eher etwas für den professionellen Einsatz.

Wichtig ist zu beachten, dass Sie alle Tools, die Daten über den User Ihrer Website erheben entsprechend in den Datenschutzbestimmungen genannt werden müssen und der User gegebenenfalls über Cookies der Nutzung zustimmen muss.

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