Videoplattformen sind bei Gesundheitsthemen wichtige Informationsquelle

Die Hälfte der Deutschen informiert sich bei Gesundheitsfragen auf YouTube & Co. In Zukunft wollen sie bei der Wahl der Medien verstärkt der Empfehlung von Freunden vertrauen. Das hat die Stiftung Gesundheitswissen in einer aktuellen Studie herausgefunden.

Berlin. Den Anstrengungen von Politik, medizinisch-wissenschaftlichen Gesellschaften sowie ärztlichen Berufsverbänden zum Trotz, die Gesundheitskompetenz in weiten Teilen der Bevölkerung auch durch digitale Formate zu stärken und sie für die Gefahren unüberprüfbarer Aussagen in den Weiten des Internets zu warnen, stoßen augenscheinlich gerade diese niedrigschwelligen Angebote auf immer mehr Akzeptanz.

Denn: Videoplattformen und Soziale Medien werden in Gesundheitsfragen immer wichtiger. Rund 50 Prozent der Deutschen wählen YouTube und Co, um sich über Gesundheitsthemen zu informieren. Das ist das Ergebnis des aktuellen Trendmonitors der Stiftung Gesundheitswissen. Grundlage sind Daten der „Health Information National Trend Survey (HINTS) Germany“, einer Studie der Stiftung Gesundheitswissen und des Hanover Centre for Health Communication. An der repräsentativen Befragung haben 2602 Teilnehmer zwischen 18 und 79 Jahren teilgenommen.

Demnach sehen sich 22,7 Prozent der Befragten Videoanleitungen – Tutorials – an. Auch die Sozialen Netzwerke werden von knapp 30 Prozent im gesundheitlichen Kontext genutzt. Interaktion und die Möglichkeit zur Rückmeldung seien dabei Schlüsselfunktionen, heißt es in einer Meldung zur Studie. Bei der Frage, warum derzeit ein bestimmtes digitales Angebot genutzt wird, gab der überwiegende Teil der Befragten das soziale Umfeld als Grund an (28,7 Prozent). Die inhaltliche Qualität spielt für rund 20 Prozent der Befragten eine Rolle, für 16,9 Prozent ist die Vertrauenswürdigkeit des Anbieters entscheidend. Zukünftig wollen mehr als die Hälfte der Deutschen sich bei der Wahl der digitalen Informationsmedien auf Empfehlungen von Freunden und aus dem sozialen Umfeld verlassen.

Kommunikation mit den Praxen läuft in vielen Fällen digital

Die meisten digitalen Lösungen werden laut Trendmonitor eher von Frauen genutzt. 27,6 Prozent der Frauen und 23,4 Prozent der Männer gaben in der Studie an, das Erreichen ihrer gesundheitlichen Ziele über längere Zeiträume hinweg zu verfolgen. Ein Drittel der Befragten gab an, eine Fitness App zu verwenden. Online-Therapien kommen derzeit gerade mal für drei Prozent der Deutschen in Frage.

Die Kommunikation mit Arztpraxen läuft für einen Großteil der Patienten inzwischen digital: Ein Drittel der Befragten vereinbart seine Arzttermine mittlerweile online. Formulare und anderer Schriftverkehr werden von einem Viertel der Befragten am PC ausgefüllt und versendet.

Bei der Weitergabe persönlicher Gesundheitsdaten sind die Deutschen derzeit noch kritisch: Gerade einmal zehn Prozent geben ihre Gesundheitsdaten an den Versorger weiter. Hier sei Potenzial vorhanden, heißt es. Denn 37,9 Prozent der Männer und 32,5 Prozent der Frauen können sich vorstellen, demnächst eigene Gesundheitsdaten mit Ärzten oder anderen Behandlern auszutauschen. Auch das digitale Abfragen von Untersuchungs- oder Testergebnissen ist für viele Befragte (41,1 Prozent der Frauen und 37,7 Prozent der Männer) denkbar. 

Redaktion Ärzte Zeitung