Worauf Patienten beim Online-Auftritt von Ärzten achten

Das digitale Erscheinungsbild der Praxis wird für Patienten immer wichtiger, wie eine aktuelle Umfrage zeigt. Was das für die Praxis heißt.

München. Soziale Netzwerke, Suchmaschinen, Online-Bewertungen: Die Digitalisierung macht auch bei der Arztsuche nicht Halt. Auch wenn die persönliche Weiterempfehlung durch Freunde und Familie die Nummer eins bleibt bei der Suche nach einem Arzt, legen immer mehr Patienten Wert auf Webseiten, Google-Bewertungen und eine gute Auffindbarkeit der Praxis über Online-Suchmaschinen. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des Praxis-WLAN- und Kommunikationsdienstleisters Socialwave.

Für die Umfrage wurden im Dezember 1005 Menschen über 18 Jahren unter anderem über ihr Verhalten bei der Arztsuche befragt. Die Ergebnisse wurden aktuell veröffentlicht.

Darauf achten die Patienten

Demnach achten rund 74 Prozent der Deutschen bei der Arztsuche auf eine vertrauenswürdige und informative Webseite. Mehr als die Hälfte der Befragten legt außerdem Wert auf einen seriösen Google-Eintrag mit einer Bewertung von mindestens vier bis fünf Sternen. Wichtig ist Patienten darüber hinaus, dass die Praxis bei der Google-Suche ein gutes Ranking aufweist, also bestenfalls bereits auf der ersten Seite der Suchergebnisse angezeigt wird.

Dicht gefolgt auf Google folgen der Umfrage zufolge bei der Auswahl die Arztsuchdienste der Ärztekammern und Kassenärztlichen Vereinigungen. Sie spielen für rund 45 Prozent der Deutschen eine wichtige Rolle. Etwa 41 Prozent der Deutschen ziehen die Bewertungen auf dem Online-Portal Jameda für eine Entscheidung heran.

Die Praxis im virtuellen Raum

Mit der zunehmenden Digitalisierung wachsen also auch die Anforderungen an die Darstellungen von Praxen im virtuellen Raum. Was heißt das für Praxisinhaber?

Wie die Socialwave-Umfrage zeigt, sollte ein Hauptaugenmerk auf der Praxis-Webseite liegen. Ärzte, die den Aufbau und die Pflege in die eigene Hand nehmen wollen, könnten hierfür Homepage-Anbieter nutzen, die auf das „Baukasten“-Prinzip setzen. Das macht es auch für Laien einfach, eine informative Webseite mit den wichtigsten Informationen zu Öffnungszeiten, Leistungsangeboten oder Kontaktmöglichkeiten zu bauen.

Um auch bei Google – die laut Umfrage wichtigste Suchmaschine bei der Arztsuche – gut auffindbar zu sein, empfiehlt sich ein Eintrag bei „Google My Business“. Der Eintrag ist kostenlos, potenzielle Patienten können die Praxis lokal aber schneller finden. Auch hier ist es ratsam, genaue Öffnungszeiten einzutragen sowie eine Telefonnummer zu hinterlegen. Spezielle Öffnungszeiten, etwa über die Urlaubstage, können ebenso festgelegt werden. „Wer unabhängig von seiner Ärzteleistung wettbewerbsfähig bleiben will, muss mehr denn je dafür sorgen, dass seine Webseite durch gutes SEO (Suchmaschinen-Optimierung, d. Red.) weit oben in der Google-Suche erscheint“, kommentiert Felix Schönfelder, Geschäftsführer der Socialwave GmbH.

Neben Webseite und Suchmaschinen scheinen für Patienten auch Online-Bewertungen eine wichtige Rolle einzunehmen. Bewertungen können von Patienten entweder direkt bei Google eingegeben werden oder bei Bewertungsportalen. Die Bewertungen fallen nicht immer positiv aus: Ärzten sei deshalb empfohlen, ihre Bewertungen im Blick zu halten, um notfalls entsprechend reagieren zu können. In den meisten Fällen ist es möglich, Bewertungen aus der eigenen Perspektive zu kommentieren. „Ärzte, die das analoge Vertrauen in den virtuellen Raum übertragen wollen, müssen auch online ein Reputationsmanagement betreiben. Ein einziger Online-Kommentar kann in den meisten Fällen darüber entscheiden, ob Patienten, die nicht auf Empfehlung von Bekannten handeln, eine Arztpraxis aufsuchen oder nicht“, erklärt Schönfelder.

Auf Bewertungsportalen können Ärzte außerdem ein eigenes Praxisprofil anlegen. So steigt die virtuelle Reichweite auch dort. Je nach Tarif sind bei den Anbietern außerdem weitere Services, etwa Videosprechstunden oder Online-Terminbuchungen möglich.

Redaktion Ärzte Zeitung